Die Gegend um Sara­so­ta hat schon Men­schen vor mehr als 10.000 Jahren ange­zo­gen. Steinzeit-Indi­an­er, die Tocoba­gos, kamen über Asien durch Nor­dameri­ka bis sie endlich Flori­da erre­icht­en. Mit der Ent­deck­ung des nor­damerikanis­chen Kon­ti­nents im späten 14. Jahrhun­dert, kamen weit­ere Besuch­er nach Flori­da. Her­nan­do de Soto, Pan­fi­lo de Nar­vaez, Ponce de Leon und andere spanis­che Erober­er erforscht­en das Land auf der Suche nach den Städten aus Gold. Sie fan­den wenig Gold, aber sie ebneten den Weg für nach­fol­gende Erober­er.

Fis­ch­er aus Cuba, aus Spanien und von den Bahamas kamen und fis­cht­en in den frucht­baren Gewässern des Golfs von Mexiko. Für hun­derte von Jahren lebten sie vom Fis­chre­ich­tum dieser Gewäss­er.

1860 erlebte die Gegend um Sara­so­ta eine Welle von Zuwan­derun­gen. Die amerikanis­che Regierung bot für jeden, der sich bere­it erk­lärte sich dort anzusiedeln, ein Stück freies Land. Ange­lockt von Artikeln in den nor­damerikanis­chen Zeitun­gen, die die Schön­heit und den Reich­tum des Lan­des anpriesen, macht­en sich etliche Siedler auf den Weg nach Süden. Emp­fan­gen wur­den sie von William Whitak­er und sein­er Frau Mary Jane. Whitak­er, der für den ersten weis­sen Siedler in Sara­so­ta ange­se­hen wird, besass 194 Mor­gen Land an der Sara­so­ta Bay, wo sich heute die 10th Street befind­et. Whitak­er allerd­ings ver­brachte nicht viel Zeit dort, son­dern er züchtete Rinder im Inland. Er über­liess die „Aufzucht“ sein­er zehn Kinder sein­er Frau und eben­so den Kon­takt zu den näch­sten Nach­barn, Fam­i­lie Webb. Diese lebte 11 Meilen ent­fer­nt, wo sich heute der kleine Ort Osprey befind­et (Sie kön­nen das Wohn­haus der Fam­i­lie Webb übri­gens im „His­toric Span­ish Point“, 500 N. Tami­a­mi Trail, Osprey besichti­gen).

Der Gipfel der Welle von Ein­wan­derun­gen wurde 1885 mit der Ankun­ft ein­er Gruppe von Siedlern aus Schot­t­land erre­icht — sie soll­ten helfen das kleine ländliche Dorf in eine geschäftige Gemeinde zu ver­wan­deln. Diese schot­tis­chen Farmer wur­den mit ein­er Serie von Wer­beak­tio­nen, die Sara­so­ta als die reich­ste und schön­ste Gegend in Flori­da anpriesen, ange­lockt. Als sie allerd­ings ger­ade vor Wei­h­nacht­en 1885 dort anka­men, wur­den sie nicht von ein­er geschäfti­gen, blühen­den Gemeinde, wie ihnen ver­sprochen wurde, emp­fan­gen, son­dern von ein­er aus­ge­fahre­nen Schot­ter­strasse und einem einzi­gen Gebäude. Die “Stadt” Sara­so­ta existierte nur auf dem Papi­er. Doch die neuen Siedler waren kühn und wider­stands­fähig, und mit Hil­fe der Nach­barn baut­en sie Strassen, Schulen, Wohn­häuser und Far­men. Auch den fol­gen­den sehr harten Win­ter (es fiel Schnee in der Sara­so­ta Bay) über­lebten sie.

Die Bedeu­tung des Touris­mus wurde auch damals schon erkan­nt. Eines der ersten Gebäude war das grossar­tige Bayfront Hotel, das „DeS­o­to“. Dampf­schiffe von Tam­pa und Züge vom “Pan­han­dle” (der Nord­west­en Flori­das) kamen in die sich rasch entwick­el­nde Stadt Sara­so­ta mit Besuch­ern, die das Fis­chen, die Jagd und die Schön­heit der Umge­bung geniessen woll­ten.

Viele Besuch­er blieben und auch die in Tam­pa sta­tion­ierten Sol­dat­en des „Spanisch-amerikanis­chen Krieges“ ver­liessen die Armee und siedel­ten sich in Sara­so­ta an. Mit ein­er Steigerung der Ein­wohn­erzahl um 42% in 10 Jahren wurde Sara­so­ta im Jahre 1902 zur “Stadt” ernan­nt. John Hamil­ton Gille­spie wurde der erste Bürg­er­meis­ter. Gille­spie, Sohn eines schot­tis­chen Adeli­gen, belebte den Touris­mus in Sara­so­ta, indem er einen der ersten Golf­plätze Amerikas bauen liess.

Die Schön­heit Sara­so­tas lock­te nun den Geschäfts­mann an, der den meis­ten Ein­fluss auf die Geschichte Sara­so­tas hat­te – den Zirkus-Mag­nat­en John Rin­gling. Sein Brud­er Charles und er kauften viel Land in Sara­so­ta und Umge­bung auf. John Rin­gling erwarb ein Grund­stück nördlich von Sara­so­ta und baute dort den berühmten Rin­gling Kom­plex mit dem Kun­st­mu­se­um, dem Wohn­haus Ca’d’Zan (venezian­is­ch­er Dialekt und bedeutet “Haus des John”) und dem Zirkus­mu­se­um. Gebaut wurde es von 1924 – 1926 (siehe auch unter „Aus­flüge und Sehenswürdigkeit­en“ – “Rin­gling Muse­um”).

John Rin­gling kaufte viele Grund­stücke auf den vorge­lagerten Inseln. Er besass alles, was er von seinem Haus sehen kon­nte, von St. Armands Key (Lido Key) bis zum südlichen Long­boat Key. Sein Plan war es, das Fes­t­land mit ein­er Serie von Brück­en mit den Inseln zu verbinden, so dass der Auto­mo­bil­verkehr bequem das von ihm geplante Luxu­shotel auf Long­boat Key erre­ichen kon­nte. Schliesslich wurde auch eine Brücke nach Lido Key gebaut, aber Rin­glings Ritz-Carl­ton Luxu­shotel wurde nie vol­len­det und der Bau der Brücke nach Long­boat Key wurde abge­brochen, als 1929 der Aktien­markt zusam­men­brach.

Doch Sara­so­ta entwick­elte sich weit­er, nicht zulet­zt durch die Rival­ität der Rin­gling Brüder, die sich gegen­seit­ig mit dem Bau von diversen Gebäu­den übertrumpften. Der Bauboom in den zwanziger Jahren wurde durch den Zusam­men­bruch an der Wall Street jäh unter­brochen. Einige Hur­rikans zer­störten grosse Teile der Stadt und töteten Hun­derte von Men­schen. Aber wieder half John Rin­gling der Wirtschaft Sara­so­tas, indem er es zum “Win­ter­home” seines damals welt­bekan­nten Zirkus machte.

Einen neuen Boom gab es in den späten 40er Jahren, als viele Jungver­heiratete auf der Suche nach erschwinglichen Häusern nach Sara­so­ta kamen. Die Besiedelung beschränk­te sich zu diesen Zeit­en haupt­säch­lich auf das Fes­t­land. Erst als die Grund­stücke auf dem Fes­t­land durch Grund­stück­speku­la­tio­nen zu teuer wur­den, wur­den langsam auch die Inseln als Wohnge­gend genutzt. Heute allerd­ings befind­en sich die gün­stigeren Grund­stücke wieder auf dem Fes­t­land und Sara­so­ta wächst weit­er­hin beständig. Wer Sara­so­ta ken­nen gel­ernt hat, wird sich nicht wun­dern, wie schnell man sich in dieser paradiesis­chen Umge­bung zu Hause fühlen kann.